Sakramente

Taufe

Traditionen gibt es viele, und oft wissen wir gar nicht mehr, welcher Sinn dahintersteht. Ist immer klar, warum ein Paar bei einer Trauung einen Ring sich an den Finger steckt? Warum werfen wir Erde auf Urne oder Sarg bei einer Beerdigung?

Nun, ein Ring hat keinen Anfang und kein Ende und steht für die nicht endende Liebe zweier Menschen. „Aus der Erde bist du genommen zur Erde wirst du wieder werden“ (1. Mose 3,19)

Dies kann man noch gut verstehen, doch warum Wasser bei einer Taufe?

Was drückt jemand aus bei dem Sprichwort:“ Mir steht das Wasser bis zum Hals?“ Es ist die pure Angst. Denn Wasser ist auch ein Bild für Angst, denken wir nur an die Kraft des Wassers bei einer Überschwemmung oder vor dem Ertrinken.

Wasser ist ein Sinnbild für den Tod.

Jeder weiß aber auch, ohne Wasser kein Leben, weder pflanzlich, tierisch oder menschlich. Das Volk Israel, welches am Rand der Wüste lebte, schätzte den Wert des Wassers ganz hoch ein. Sie sagten von Gott: „Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ (Psalm 23,2)

Wasser ist ein Sinnbild des Lebens.

Es gibt die Redewendung: „Er wäscht seine Hände in Unschuld“. Das kommt aus der Leidensgeschichte Jesu. Der Römer Pilatus urteilte über Jesus. „Da er aber sah, dass er nichts ausrichtete, sondern vielmehr ein Getümmel entstand, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut, seht ihr zu: (Mt. 27,24)

Wasser ist das Sinnbild der Reinigung.

Die Sinnbilder sagen uns: das bisherige Leben wird gereinigt und ist nicht mehr, neues Leben beginnt, nun unter dem Segen Gottes. Gottes guter Geist will nun den Menschen begleiten in einer Gemeinschaft der Menschen über alle Grenzen der Kulturen und Nationen.

Abendmahl

Warum beim Abendmahl Brot und Wein gebraucht wird, versteht man besser, wenn man sich klar macht, wie der Werdegang von Brot und Wein ist:

Das Korn wächst auf dem Feld, wird gedroschen und zermahlen und etwas Neues entsteht im Ofen, Brot.

So auch wächst der Wein am Weinstock, wird geentet, gekeltert, vergoren und etwas Neues entsteht: Wein

Alle diese Prozesse spiegeln die Leidensgeschichte Jesu wieder, und in der Gemeinschaft des Abendmahls erinnern wir uns was der Herr der einen Kirche uns schenket: Liebe und Vergebung.